Eine AdV für den Newsletterdienstleister?

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Bei vielen ist noch gar nicht bekannt, dass es nötig ist, mit allen Dienstleistern, die personenbezogene Daten für Ihr Unternehmen erheben oder verarbeiten, einen Vertrag zu schließen, damit die Datenverarbeitung auch datenschutzkonform ist. Dieser Vertrag für die sogenannte Auftragsdatenverarbeitung (kurz AdV) beinhaltet Informationen darüber, wie der Auftragnehmer Ihre bzw. Ihre personenbezogenen Kundendaten schützt, entsprechend des Bundesdatenschutzgesetzes.

Ein gutes Beispiel dazu ist der Dienst Google Analytics. Google erhebt und verarbeitet die personenbezogenen Daten, wie Ihre Webseite besucht wird, daher ist es nötig, dass Sie mit Google eine AdV abschließen. Google stellt hier vorbildlich schon einen Vertrag zur Verfügung und sagt Ihnen, was Sie tun müssen, damit das Vertragsverhältnis dem deutschen Datenschutz entspricht.

Viele andere Dienstleister sind hier noch nicht so gut aufgestellt, daher müssen Sie die Initiative ergreifen und eine AdV von Ihrem Dienstleister anfordern. Sehr viele- auch kleinere – Unternehmen und Selbständige nutzen Dienstleister für die Versendung von Newslettern. In der Regel haben Sie in Ihrer E-mail Liste personenbezogene Daten in Form von persönlichen E-mail Adressen, Namen, Geschlecht und sonstigen Daten, die Sie abfragen und Ihre Interessenten eingeben. Aus diesem Grund ist es dann auch nötig, dass Sie mit Ihrem Dienstleister für den Newsletterversand eine AdV abschließen. Fragen Sie beim Support an, normalerweise sollte das Thema dort bekannt sein und Sie an die richtige Stelle weiter verweisen.

Leider gibt es auch Dienstleister, die sich diesen Vertrag etwas kosten lassen und das obwohl Sie ja bereits deren Dienstleistung bezahlen. Rechtlich spricht dem nichts dagegen. Ihr Dienstleister darf Sie für den Abschluss der AdV sogar zur Kasse bitten, auch wenn die AdV hier gesetzlich vorgeschrieben ist. Die einzige Möglichkeit, die Sie haben, ist bei der Auswahl Ihres Anbieters auf solche Details zu achten und diesen Punkt in Ihre Entscheidungsmatrix mit einzubeziehen.

Brauchen Sie auch eine AdV mit Ihrem Webhoster?

Kommt darauf an. Verarbeitet und speichert ihr Webhoster personenbezogene Daten? Falls ja, dann müssen Sie auch mit Ihm einen Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung abschließen. Haben Sie ein Kontaktformular oder die Anmeldung zu einem Newsletter auf Ihrer Webseite, speichern diese Daten aber nicht beim Webhoster, sondern übertragen diese nur zu einer anderen Stelle, greift für den Webhoster sowieso das Telekommunikationsgesetz (TKG). Laut Aussage des Landesamts für Datenschutz ist dann keine zusätzliche AdV mehr nötig.

 


Über Regina Stoiber

Regina Stoiber ist selbständige Beraterin und Trainerin im Bereich Informationssicherheit, Datenschutz und Risikomanagement. In ihrer Freizeit reist sie gern mit der Familie und hat dazu auch dastoa.de ins Leben gerufen.

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